Wareneingangsprüfung


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Eine Wareneingangsprüfung ist ein unverzichtbarer Unternehmensprozess – sowohl aus rechlichen Verpflichtungen heraus als auch aus Gründen der Produkthaftung. Aus organisatorischen und Kostengründen wird versucht,  sich auf eine reduzierte, vereinfachte Wareneingangsprüfung zu beschränken und Inhalte und Haftung der Wareneingangsprüfung auf den Lieferanten zu verlagern.

Dies führt zu 2 Fragen:

  • Welche rechtlichen Verpflichtungen bzgl. Wareneingangsprüfung bestehen?
  • Welche Minimumanforderungen muss eine Wareneingangsprüfung erfüllen?

Wareneingangsprüfung gesetzliche Regelung HGB

Gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) muss ein Käufer die Ware bei Wareneingang auf erkennbare Mängel prüfen und ggfs. dies dem Lieferanten unverzüglich anzeigen. Verdeckte Mängeln müssen unverzüglich  nach Entdeckung angezeigt werden. Erfolgt bei Mängeln keine Anzeige, gilt die Ware als akzeptiert. Bringt das Unternehmen diese fehlerhaften Teile in Verkehr (bzw. Produkte, die diese fehlerhaften Teile enthalten) und kommt es zu einer Produkthaftungsklage, so wird zumindest im ersten Schritt das Unternehmen als Inverkehrbringer rechtlich belangt.

ISO-Zertifizierung erfordert Prüfplan für Wareneingangsprüfung

Im Zuge der ISO-Zertifizierung eines Unternehmens werden u.a.  dokumentierte Lieferantenqualifizierungen und -freigaben, nachvollziehbare Bestell- bzw. Lieferspezifikationen sowie ein Prüfplan mit Kriterien und Prüfverfahren für die Wareneingangsprüfung gefordert.

Wareneingangsprüfung  ISO 9001 – Minimumforderung

Um den Aufwand der Wareneingangsprüfung zu beschränken, genügt es, für ISO 9001 einen vereinfachten Prüfplan zu erstellen und folgende Punkte zu prüfen.

  • Identität
  • Anzahl
  • (Sicht-)kontrolle offensichtlich erkennbare Mängel / Transportschäden
  • Übereinstimmung der Transportpapiere

Für den Fall einer Abweichung ist ein entsprechender Prüfbericht zu erstellen. Ob diese Kriterien jedoch ausreichen für eine fehlerfreie Fertigung und tatsächlich langfristig ein Kostenoptimum aus Unternehmenssicht erreicht wird, muss jedes Unternehmen für sich, den Lieferanten und das jeweilige Produkt entscheiden.

flankierende Massnahmen zur reduzierten Wareneingangsprüfung

Um eine reduzierte, vereinfachte Wareneingangsprüfung wirtschaftlich durchführen, sollten flankierende Massnahmen präventiver Art durchgeführt werden. Dies können z.B. sein:

  • Lieferantenaudits
  • Verifizierungen beim Lieferanten
  • Werksprüfzeugnisse und Qualitätssicherungsvereinbarungen mit dem Lieferanten
  • Kosten- / Haftungsregelungen
  • Produkt-/ Prozess-FMEA´s
  • Eskalationsregelungen bei Qualitätsmängeln

Insbesondere die vertraglichen Regelungen mit dem Lieferanten sollten das Haftungsrisiko berücksichtigen, das ein Unternehmen als Käufer / Importeur / Inverkehrbringer trägt. Ebenso sollten direkte und Folgekosten bei Qualitätsmängeln berücksichtigt werden und präventiv durch entsprechende Regelungen für eine verschärfte Wareneingangskontrolle und ggfs. Nachprüfungen abgesichert werden.

Unterstützung bei Qualitätsproblemen und Prozessstörungen

Sie sind mit unzureichender Anlieferqualität konfrontiert? Sie können Ihre Prozesse nicht zuverlässig planen, weil die Wareneingangsprüfung nicht zuverlässig funktioniert und Fehlteile zu Nacharbeit und Ausschuss führen? Wir können helfen. Fragen Sie an. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.


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