DRBFM – Der Unterschied zu FMEA im Beispiel


Hier ein kleines Beispiel aus der Praxis zum Unterschied zwischen FMEA durch DRBFM

Praxisbeispiel DRBFM im Unterschied zu FMEA

Das Unternehmen stellt Heiz- und Lüftungsanlagen her, die sowohl in Wohngebäuden als auch in großen Industriegebäuden zum Einsatz kommen. FMEA ist als QM-Methode seit langen Jahren etabliert, trotzdem treten selbst bei kleinen Produktveränderungen und -optimierungen immer wieder teuere Reklamationen im Feld auf.

Deshalb sollte für eine Produktpflege-Massnahme ein DRBFM-Workshop exemplarisch durchgeführt werden. Nach einer DRBFM-Kurzschulung am Vormittag wurde das Design Review am Nachmittag durchgeführt.

Das Design Team bestand aus dem mechanischen, elektrischen Konstrukteur sowie dem Steuerungs-/ Software-Verantwortlichen. Seitens der Konstruktion wurden die Produkt-Änderungen dargestellt und das FMEA-Dokument lag vor. Ebenso waren erste Muster bzw. Prototypen verfügbar.

Das Design Review im Beispiel

Das Review Team bestand aus 2 themenfremden Konstrukteuren, dem Fertigungsleiter, einem Logistiker sowie dem Serviceleiter. Viele der vom Konstruktionsteam (Design Member Team) beschriebenen Ursachen und Massnahmen aus der FMEA wurden bestätigt bzw. in einigen Fällen ergänzt.

Themenbereiche, die allerdings unzureichend in der Konstruktions-FMEA (K-FMEA) adressiert waren, betrafen z.B. den Service. Für Service-Mitarbeiter im Feld war vor Ort beim Kunden  die Rückverfolgbarkeit und Identifikation von Alt-Bauteilen zur Folgegeneration im Falle von Reparaturen nicht möglich. Eine Bauteilkennzeichnung war vorhanden, aber im verbauten Zustand nicht auslesbar. Ausgebaut konnte die Nummer gelesen werden, aber es gab keine Zuordnungslisten. Eine Prüfbarkeit sowie Upgrade- und Downgrade-Möglichkeiten der jeweiligen Steuerungen waren konstruktiv nicht berücksichtigt. Geeignete Service-Software war nicht einmal konzeptionell angedacht. Geänderte Anforderungen an Lagerhaltung oder Abgrenzung bezüglich zulässiger Kombinationen von Altbestand und Neu-Varianten in der Montage waren nicht spezifiziert.

Interessant war es, den der Stimmungsumschwung im Workshop zu beobachten – Von einer gewissen Abwehr- und Rechtfertigungshaltung  – “Das haben wir doch schon alles betrachtet!” – auf Seiten der Konstrukteure hin zu einem  konstruktiven Miteinander, als deutlich wurde, dass das Produkt durch die Diskussionen und die gemeinsam erarbeiteten Massnahmen deutlich robuster wurde. – “Das sind wichtige Themen und Bereiche, von denen wir in der Konstruktion viel zu wenig wissen!”

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