Problemlösungskompetenz – Der deutsche Ingenieur erfindet seine Fehler selbst ….

… und löst sie auch wieder … leider oft erst viel, viel später

… und bis dahin hat niemand gefragt, wie viele Zusatzkosten und Mehrarbeit das ungelöste Problem erzeugt hat. Oft hängt dies nicht nur mit der Problemlösungskompetenz des Mitarbeiters zusammen, sondern auch mit dem eigenen Ego.

Andere Kollegen um Hilfe zu fragen, könnte Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Kompetenz aufkommen lassen und evtl. die Karriere-Chancen reduzieren.

Der Problem Hintergrund

In unseren Methodenschulungen zur systematischen Problemlösung arbeiten und üben wir immer an realen Unternehmensthemen so wie hier.

Von ca. 220 Anlagen p.a. können ca. 50 Anlagen nicht innerhalb der Soll-Zeit evakuieren werden. Die Vorgabezeiten werden z.T. um mehr als 300% überschritten.

Die wirschaftlichen Folgen sind gravierend:

  • Massive Prozessstörungen
  • Kapazitäts- und Lieferengpässe
  • Qualitätsprobleme und Reklamationen im Feld

Das Problem existierte seit ca. 2 ½ Jahren und schwankte in der Häufigkeit „so willkürlich wie das Wetter“ (Zitat).

Die in dieser Zeit angefallenen Qualitätskosten waren nicht eindeutig zu ermitteln. In einer groben Abschätzung belaufen sie sich auf einen deutlich 6-stelligen Euro-Betrag.

Die Mehrarbeit in der Fertigung, im Prüfwesen und z.T. für die Bearbeitung von Reklamationen aus dem Feld war nicht eindeutig zuzuordnen.

Im Qualitätsmanagement wurden die Störfälle statistisch erfasst und verwaltet – von daher war die Datenlage bzgl. Häufigkeit und Dauer der Störungen gut. Allerdings erfolgte keine Ursachenanalyse.

Vorgehensweise

Wir haben dieses Problem in einer inhouse-Schulung „grundlegende & fortgeschrittene Problemlösungstechniken“ als Übungsthema aufgegriffen und Schritt für Schritt mit den jeweiligen Problemlösungsmethoden bearbeitet.

Wichtig für das Ergebnis in der Schulung war, dass die Teilnehmer eine gemischte Gruppe aus allen Unternehmensbereichen darstellten. Dadurch war umfassendes Wissen über das Produkt, seine Anwendung und die Unternehmensprozesse vorhanden.

Bei einigen Fragestellungen mussten Teilnehmer intern nachfragen und Informationen beschaffen.

Ein Gang vor Ort in den Lager- , Montage- und Prüfbereich war für alle Teilnehmer sehr aufschlussreich.

Die Ursachen Die Ergebnisse des Problemlösungs-Schulung & Workshops

… Denn sie wissen nicht, was sie tun …

ist nicht nur ein alter Film mit James Dean, sondern war bei diesem Problem die auslösende Ursache. Viele kleine, von einander unabhängige Änderungen im Prozess und in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens führten in der Kombination zum Versagen.

Das Team in der Schulung konnte durch strukturiertes Vorgehen mit dem vermittelten Q-Methoden die Ursache(n) für dieses teure Problem innerhalb von ca. 30 min (!) eingrenzen und identifizieren. Die Teilnehmer verbesserten nicht nur ihre persönliche Problemlösungskompetenz, sondern erweiterten auch ihr Wissen über andere Unternehmensbereiche.

Einige „schnelle“ Recherchen über in der Vergangenheit vorgenommene Änderungen und die Ergebnisse der bisherigen Nachbesserungsversuche z.T. auch im Feld belegten die Richtigkeit der Hypothese. Die Verbesserungsmassnahmen sind im Anschluss an die Schulung nochmals überprüft und umgesetzt worden. .

Fazit

Am Schulungsende stellten sich alle Teilnehmer die Frage:

„Das war doch jetzt einfach! Warum ist uns dies vorher nicht gelungen?“

Die Diskussion lieferte mehrere Ansatzpunkte als Begründung:

  • Die Qualitätskosten waren nicht transparent dargestellt und kommuniziert worden, dadurch fehlte die Aufmerksamkeit des Managements
  • Das individuelle Fach- und Prozesswissen eines einzelnen Mitarbeiters und auch die individuelle Problemlösungskompetenz war nicht ausreichend um dieses komplexe Problem allein erfolgreich bearbeiten zu können. Das gemeinsame Wissen, und die strukturierte Vorgehensweise in der Zusammenarbeit waren dazu erforderlich.
  • Die offene, moderierte Diskussion im Team über Funktionen und Abhängigkeiten war sehr hilfreich zum Verständnis und zur Aufklärung der Fehlerursachen.
  • Es fehlte an einem systematischen, strukturierten Vorgehensweise und der persönlichen Problemlösungskompetenz.
  • Andere Kollegen um Hilfe und Unterstützung fragen, ist abhängig von dem persönlichen Selbstbewußtsein, Status und Eigenbild – und auch den Versagensängsten.
  • Der Status-Quo der „Nicht-Lösung“ hatte für die verantwortliche Führungskraft keine Konsequenzen.

Kunde

Unternehmen des Anlagenbau

Branche

Anlagenbau

Aufgabenstellung:

Schulung & Training-on-the-Job fortgeschrittene Problemlösungstechniken für komplexe Probleme, strukturierte Ursachenanalyse, Verbesserung der persönlichen Problemlösungskompetenz & Soft Skills

Schulung QM – Methoden & Problemlösungsmethoden

Lernen Sie „Q7-Grundlagen QM-Methoden“ und „Fortgeschrittene  Problemlösungsmethoden“ wie Shainin, KT Problem Analysis, AFD und TRIZ in unseren QM-Schulungen zu Problemlösungsmethoden kennen und anwenden.

Sie haben ungelöste Prozess- und Qualitätsproblem?

operative Unterstützung bei technischen und organisatorischen Qualitätsproblemen

Wir bieten pragmatische, operative Unterstützung bei technischen und organisatorischen Qualitätsproblemen. Wir helfen Ihnen, Ihre Qualitätsprobleme schnell und dauerhaft zu beseitigen.

Wir trainieren und entwickeln Ihre Problemlösungskompetenz. Wir moderieren Problemlösungs-Workshops und stabilisieren Ihre Prozesse. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

Schlagworte: Problemlösungs-Workshop, Problemlösungskompetenz, Problemlösung, Qualitätsmanagement, fortgeschrittene Problemlösungsmethoden


Ähnliche Beiträge