Ursache-Wirkungs-Analyse Ishikawa-Diagramm


Eine Ursache-Wirkungs-Analyse (Root-Cause-Analysis) wird vielfach in Form eines Ishikawa Diagramm oder Ursache-Wirkungs-Diagramm in Kombination mit der Fragetechnik 5W (=”5 Why”) durchgeführt. Sie dient dazu, alle möglichen und denkbaren Ursachen für ein Problem zu finden. Als Hilfsmittel zur Visualisierung benutzen wir sehr gern Mindmapping-Software zur Erarbeitung des Fischgrät-Diagramms (Ishikawa-Diagramm).

Ursache-Wirkungs-Analyse als Ishikawa-Diagramm

Vorteile

  • schnelle, systematische Eingrenzung möglicher Fehlerursachen
  • Visualisierung des vorhandenen Wissens bzw. von Wissenslücken
  • nachvollziehbare Darstellung der Wirkzusammenhänge
  • einfache Ableitung von Abhilfemassnahmen

Ishikawa-Diagramm mit den 6 M´s

  • Mensch
  • Material
  • Maschine
  • Messung (bzw. Messverfahren)
  • Milieu (bzw. Mutter Natur)
  • Methode (bzw. Management)

Ursprünglich bestand ein Ishikawa-Diagramm nur aus 5 M´s. Wir haben aus Praxiserfahrungen heraus das 6te M – die Messung bzw. das Messverfahren – hinzugefügt.

Die M´s lassen sich nochmals verfeinert aufteilen. So kann beispielsweise bei einem Fehler, den “Mensch” verursacht, es daran liegen, dass Qualifikation, Verfügbarkeit, Kapazität oder der gesundheitliche Zustand ursächlich waren.

Sie kämpfen mit Qualitätsproblemen oder wollen in Ihrem Unternehmen systematische Problemlösungstechniken einführen? Wir können Ihnen helfen.

Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

Ishikawa-Diagramme erstellen

Klassisch werden Ishikawa-Diagramme am Flipchart oder auf der Pinwand mit Brown Paper mit Moderationskarten erstellt. Der Aufbau erfolgt als Fischgrät-Diagramm mit dem Problem als Kopf des Fischs. Der Fisch erhält 5 (6) Hauptgräten. Jede Gräte wird mit einem der M´s beschriftet. Zur Verfeinerung werden an die Hauptgräten Nebenäste als feinere Gräten gezeichnet und mit der jeweiligen Ursache beschriftet.

Der Vorteil ist, dass alle Workshop-Teilnehmer aktiv mitarbeiten, in dem sie z.B. selbst schreiben und ihre Beiträge selbst anheften.

Nachteilig ist häufig die begrenzte Lesbarkeit und die nur stichwortartige Beschreibung der potentiellen Ursache. Wir arbeiten deshalb bevorzugt elektronisch mit Mindmaps.

Ursache-Wirkungs-Diagramm / Ishikawa-Diagramm Mindmap

Ishikawa-Diagramme effizient erstellen als Mindmaps

Zur Visualisierung und Strukturieren arbeiten wir sehr häufig mit Mindmapping-Software + Beamer. Es wird dann sofort für alle Teilnehmer im Workshop erkennbar, ob für alle M´s denkbare Ursachen gefunden wurden.  Unvollständige M´s und Wissenslücken werden so im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich.

Vorteile Ishikawa-Diagrammen mit Mindmaps

  • graphische Visualisierung potentieller Ursachen
  • Abbildung des aktuellen Wissens des Teams
  • gute Lesbarkeit für alle Teilnehmer
  • vollständige, nachvollziehbare Beschreibung der Fehlerursache / Antwort bei 5 Why
  • nachvollziehbare Dokumentation
  • Beschleunigung durch Nutzung vorstrukturierter 6M-Ishikawa-Template

Software für Ishikawa-Diagramme

Ein kostenfreies Mindmapping Tool ist z.B. Freemind, XMind oder Freeplane (Freeware, download über Chip.de). Kaufprogramme wie  Mindjet oder Mindmanager funktionieren natürlich ebenso.

vertiefende Ursache-Wirkungs-Analyse mit Fragetechnik 5 Why

Die Fragetechnik 5Why (5x Warum?) hilft, die im ersten Schritt mit Hilfe der 6 M´s gefundenen Ursachen verfeinern. Dieses Ursachen sind Startpunkt der vertiefenden Ursachen-Wirkungs-Analyse  Wenn z.B. die Antwort war, “der Mensch ist eine potentielle Ursache für  das Problem” ist die anschließende Frage “Warum ist Mensch die Ursache? ” … “Weil er nicht ausreichend qualifiziert ist.” Diese Antwort wird erneut mit “Warum” hinterfragt. “Warum ist Mensch nicht ausreichend qualifiziert?” … Weil …

Erfahrungsgemäß führt bereits die 5te Warum-Frage den Fragenden auf die Merkmalsebene, erkennbar daran, dass diese Merkmale meßbar und damit direkt beeinflussbar sind. Es ist wichtig, die Merkmalsebene zu erreichen, da sich nur hier wirksame Massnahmen definieren lassen.

Kinder sind Experten des “5 Why”

Ein Hinweis mit einem Augenzwinkern: Sollten Sie vergessen haben, wie 5 Why durchgeführt wird und Sie einen versierten Experten suchen, fragen Sie einfach Ihre Kinder um Hilfe. Kinder im Vorschulalter sind absolute Könner in dieser Fragetechnik (!).

Ein ganz ernst gemeinter Hinweis: Sollten Sie selbst keine befriedigenden Antworten insbesondere für das 4te oder 5te Warum finden – z.B. “Weiß ich doch nicht, Geh´ Mama fragen!” , ist es an der Zeit, einen entsprechenden Fachexperten und Wissenträger zur Teamsitzung einzuladen.

Die Antworten zu den Merkmalen können / müssen aber nicht nach den typischen Ursachen-M´s strukturiert werden. Bezeichnend für 5 Why ist jedoch, dass die Antworten zwischen den M´s “springen”. Sie starten bei Ursache Mensch, landen dann bei Ursache Maschine und vielleicht abschließend bei Methode / Management.

Vorgehensweise Ursache-Wirkungs-Analyse und Team

Die Ursache-Wirkungs-Analyse sollte bevorzugt in einem Team von 4 – 6 Teilnehmern erfolgen und kann z.B. Teil eines KVP-Workshops sein. Die Vorgehensweise “5W-6M” ist recht einfach:

  1. Fehler beschreiben
  2. Starten mit einem M des Ishikawa (z.B. “Inwieweit kann das Material den Fehler verursachen?”)
  3. Die Antwort aus Schritt 2 durch 5 Why-Fragetechnik (5x “Warum”) detailieren
  4. optional: Antworten der 5ten Stufe strukturieren nach 6 M´s
  5. Prüfen auf / Vervollständigung der Wissenslücken
  6. Bewerten der Ursachen nach Plausibilität
  7. Massnahmen definieren und einleiten

Idealerweise erfolgt eine Dokumentation der Antworten begleitend durch den Moderator als Mindmap.

Die Bewertung wahrscheinlicher Ursachen

Es folgt eine Bewertung der gefundenen Ursachen z.B. mit einer Ampel:

• Rot:     = Kritisch, sehr wahrscheinlich, sofort prüfen
• Gelb:   = Könnte sein, nach Rot prüfen
• Grün:  = unkritisch, unwahrscheinlich

Andere Bewertungsverfahren lassen sich natürlich ebenso verwenden. Wichtig ist, das die gefundenen Ursachen im Anschluss überprüft werden, denn bisher sind die auch die als kritisch bewerteten Faktoren nur Vermutungen.

Nachteile und Einschränkungen von 5Why und Ishikawa-Diagramm

Die Ishikawa-Methode und ebenso die vertiefende Analyse mit 5 Why setzen voraus, dass das Produkt oder der Prozess mit allen Einflussfaktoren und Wirkzusammenhängen bekannt sind. In vielen Fällen ist dies so und man kann sehr schnell zu guten Ergebnissen gelangen.

Kommt man nicht zum Erfolg, z.B. bei Problemen, die schon länger existieren und die sich trotz einer Bearbeitung mit unterschiedlichen Teams bisher einer Lösung widersetzt haben, setzen wir AFD (anticipatory failure determination) , die bewertende Funktionsanalyse und TRIZ ein.

Lean Management – Ursachen-Wirkungs-Analyse  5W1H

 Im Lean Management wird zur Ursache-Wirkungs-Analyse die Fragetechnik “5 Why”  häufig mit 1H – für “How?” – erweitert. Dies sorgt für eine lösungsorientierte Bearbeitung der Aufgabenstellung. Zur Visualisierung kann entsprechend das Ishikawa-Diagramm / Ursachen-Wirkungs-Diagramm erweitert werden.

Vorteile 5W1H

  • systematische Eingrenzung möglicher Fehlerursachen
  • Vertiefung bis auf Merkmalsebene = Funktionsebene
  • Lösungsorientierter Ansatz durch das “Wie?” = 1H
  • einfache Ableitung von Abhilfemassnahmen

5W1H –  1 How führt zur Lösung

Nach Erreichen der Ursachen- oder Merkmalsebene führt die Frage “Wie können wir … verändern oder beseitigen (1H = 1 How?) in den meisten Fällen zumindestens einem, meist jedoch zu mehreren, tragfähigen Lösungsvorschlägen.

Wir kombinieren 5W1H und Ishikawa als 6M- Fischgrät-Diagramm in der Ursachenanalyse häufig miteinander.

Sie haben Qualitätsprobleme und instabile Prozesse?

Sie kämpfen mit Qualitätsproblemen oder wollen systematische Problemlösungstechniken in Ihrem Unternehmen einführen? Wir können Ihnen helfen. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

Problemlösungs-Workshops und Prozessstabilisierung

Wir  moderieren Ihre Problemlösungs-Workshops, unterstützen Sie in Ihren Projekten  und schulen Ihre Mitarbeiter in Qualitätsmethoden. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.