Produktinnovation und Prozessinnovation


Produktinnovation und Prozessinnovation – Beide sichern Unternehmenswachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Beide verbessern die Kostenstruktur und ermöglichen hohe Renditen, wenn zum richtigen Zeitpunkt in eine der beiden Innovationstypen investiert wird.
Schwierig ist nur die Entscheidung: Wann und zu welchem Zeitpunkt sollte der Fokus auf Produktentwicklung und Produktinnovation gelegt werden? Und wann es besser ist, in Prozessinnovation zu investieren?
Um beides parallel zu betreiben, fehlen in der Regel Kapazitäten und Ressourcen. Ausserdem ist es unter Berücksichtigung des Produktlebenszyklus vielfach sinnvoll , nur in eine der beiden zu investieren – aber dann zum richtigen Zeitpunkt – und diese dann entschlossen voran zu treiben.

Produktinnovation vs. Prozessinnovation – eine Definition

In den frühen Phasen des Produktlebenszyklus liegt der Fokus häufig auf der Produktinnovation. Dies ist eine Produkterfindung oder Invention, die Erfolg am Markt hat. Disruption, der Bruch mit Bisherigem und sehr unterschiedliche technische Lösungen und Konstruktionen zu Erfüllung der gleichen Aufgabe sind kennzeichnend für diese frühe Phase.
In den späten Phasen sind die Produkte weitestgehend ausgereift und unterliegen nur noch geringer Veränderung. Die Innovationshöhen der Verbesserung sind eher gering. Typischerweise hat sich ein “dominant design” herausgebildet. Grundlegende Veränderungen und Disruption am Produkt sind aus Sicht der Produktpolitik nicht mehr gewünscht.
Aus Sicht des Kunden gleiche, austauschbare Produkte mit identischem Leistungsumfang stehen dafür umso stärker unter Kosten- und Wettbewerbsdruck. Prozessinnovationen, ständige Prozessverbesserung und Design-to-Cost sind der einzige Weg, bei solchen Produkten befriedigende Renditen zu erzielen.
Wir beraten Unternehmen in der Produktentwicklung, helfen in unseren Wertanalyse– und Design-to-Cost-Workshops Alleinstellungsmerkmale zu erzeugen und kostenoptimierte, fertigungsgerechte Produkte zu entwickeln. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

Dominantes Design erzwingt Prozessinnovation

Das Auftreten eines “Dominant Design” ist ein sicheres Kennzeichen dafür, dass sich der Innovationsfokus weg vom Produkt hin zum Prozess verschiebt. Normierung und Standardisierung von Produkten verringert die Gestaltungs- und Innovationsspielräume im Produkt drastisch. In der Folge gewinnt die Prozessgestaltung hohen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Die ständige, graduelle Verbesserung der bestehenden Fertigungsverfahren ist nur ein Aspekt. Selbst bei “alten”, unter Preisdruck stehenden Produkten können neue, “revolutionäre” Technologien und Fertigungsverfahren Produktivitätsgewinne und damit  Kostenvorteile bieten. Die Produktmerkmale an sich bleiben unverändert, denn in der Regel würden die Kunden die Veränderung nicht akzeptieren.

Produktinnovation vs. Prozessinnovation ein Beispiel

Carl Benz hat angeblich das erste “Automobil” gebaut. Vom Aussehen her hatte es mit unserem heutigen Verständnis vom Aussehen eines Automobils wenig gemein. Tatsächlich ist der Benz Patent Motorwagen Nummer 1 wohl besser als motorisierte Pferdedroschke beschrieben. Bis ca. 1900 gab es viele, sehr unterschiedliche konstruktive Ausführungen von  Automobilen. Von einem dominanten Design kann man sprechen als unter dem Begriff “Automobil” ein Fahrzeug mit 4 Rädern, Stahlkarosse und Verbrennungsmotor im Allgemeinen verstanden wurde.

Der bekannteste Prozessinnovator beim Automobil war sicherlich Henry Ford. Er ließ ab 1914 die Tin Lizzy nicht mehr wie bisher üblich in einer Manufaktur mit gut ausgebildeten “Universal-Handwerkern” fertigen, sondern führte Fließbandarbeit mit Arbeitsteilung ein. Die Fabrikarbeiter waren auf die jeweiligen Arbeitsschritte spezialisiert und beherrschten jedoch den Gesamtumfang nicht mehr.

Werkzeuge und Vorgehensweise für Prozessinnovation

Um Ansatzpunkte für Prozessinnovationen zu finden, nutzen wir eine Kombination der Werkzeuge des Lean-Management, der Wertanalyse / DTC mit Qualitätsmethoden und TRIZ.

Eine sorgfältige Prozessanalyse mit dem Fokus auf den Verschwendungsarten,  die ergänzenden Daten aus dem Qualitätsmanagement und die Gegenüberstellung des realen mit idealen Prozess  im Sinne der Evolutionsgesetze aus TRIZ läßt schnell die Chancen deutlich werden und die Ideen sprudeln. Eine Risikobetrachtung oder die “mentale Sabotage” des neuen Prozesses mit Hilfe der AFD-Methode zeigt  die Schwachstellen lange vor der realen Implementierung auf.

Fokus Mensch

Es sind die Menschen im Prozess, die dafür sorgen, dass alles richtig “rund” läuft. – selbst bei hochautomatisierten Abläufen. Deshalb ist es wichtig, die Erfahrungen der Mitarbeiter mit dem bestehenden Prozess, ihre Ideen und Anregungen zu nutzen. Veränderte Prozesse, neue Technologien verändern das Arbeitsumfeld, lassen bestehendes Wissen veralten und Erfordern ein “Neu-Lernen”.

Die aktive Einbindung der Mitarbeiter z.B. im Zuge von Workshops stellt die  dauerhafte Akzeptanz des neuen Prozesses und sein robustes, zuverlässiges Funktionieren sicher.

Wir arbeiten bei der Implementierung des neuen Prozesses aktiv vor Ort mit. Gerade das Tun vor Ort läßt unbefriedigend gelöste Details und Schwachstellen sofort erkennbar werden.  Die Rückmeldung ist unmittelbar und wieder der erste Schritt in die ständige Verbesserung und Prozessinnovation.

Das Wissen Ihrer Mitarbeiter und die methodische Erfahrung unserer tercero – Berater führt zu praxisorientierten, effizienten und dauerhaften  Prozessinnovationen über Schnittstellen und Abteilungsgrenzen hinweg.

Schulung Produktinnovation & Prozessoptimierung

Wir bieten offene Schulung und inhouse-Seminare zu Produktenwicklung und Prozessgestaltung an. Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Anfrage.

Beratung und Projektunterstützung Produktentwicklung,  Prozessinnovation, Prozessoptimierung

Sie stehen unter Kostendruck, weil Ihren Produkten Differenzierungs- und Alleinstellungsmerkmale fehlen? Sie müssen in Ihren Prozessen Kosten senken?  Wir können Ihnen helfen.  Bitte fragen Sie uns an.