KPI Key Performance Indicator


« Back to Glossary Index
Ein KPI Key Performance Indicator ist eine charkteristische Kenngröße oder Schlüsselkennzahl, mit deren Hilfe ein Prozess, eine Anlage oder der Zustand eines Unternehmens überwacht wird. In der Regel werden mehrere KPIs verwendet um eine verläßliche Aussage treffen zu können.

KPI Ziele

Das Ziel der Verwendung von KPIs ist es, einen Prozesszustand und / oder eine Zustandsveränderung eindeutig zu erkennen und Trends prognostizieren zu können.
Auf Basis von Kennzahlen werden z.T. weitreichende Entscheidungen getroffen, die die Existenz und Zukunft von Unternehmen oder Menschen entscheiden beeinflussen. Ebenso möchte man bei einer ungewünschten, negativen Entwicklung der jeewiligen Kennzahl entsprechende Gegenmassnahmen einleiten und deren Wirksamkeit überwachen können. Wichtig ist daher, eine schnelle, verläßliche weil überprüfbare Rückmeldung in Bezug auf den Fortschritt bzw. die Veränderung zu erhalten.

Zielgruppengerechte Auswahl der KPIs

Bei der Auswahl von KPIs gilt es zu beachten, wer Zielgruppe und was Zweck der Kennzahl ist. Dabei sollte das Aufgabengebiet und die Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten der Zielgruppe auf den jeweiligen Prozess berücksichtigt werden. Ebenso wichtig ist ebenfalls, zu erkennen, ob der gewählte KPI die tatsächlich entscheidungsrelevante Größe darstellt oder ob dieser KPI nur eine mehr oder minder zutreffende Hilfsgröße ist.

Zielgruppenorientierte KPIs an einem Beispiel

An einem vereinfachten, fiktiven Beispiel läßt sich der Sachverhalt einfach erläutern. Die Fertigungslinie eines Unternehmens ist vollausgelastet. Es wird mit 20 Schichten pro Woche bei 50Wochen pro Jahr produziert. Die 21ste Schicht ist eine Instandhaltungsschicht. Es werden 1000St. / Schicht gefertigt, in der Endprüfung versagen 10% der gefertigten Teile. Durch Nacharbeit (5min pro Stück = 5€) werden 50% der fehlerhaften Produkte verkaufsfähig. Der Verkaufspreis beträgt 10€/ Stück, der Deckungbeitrag 10%.
Mit Blick auf die KPIs der Fertigung sieht die Lage recht positiv aus:
  • Auslastung 100% ,
  • First pass yield 90%
  • Nacharbeitsquote 50%
Die Kostenrechnung durch das Controlling für die KPIs der Geschäftsführung zeichnet dagegen ein dramatisches Bild:
gefertigte Teile (St./ Schicht) 1000
First pass yield 90% 900
fehlerhafte Teile (St./ Schicht) 10% 100
Nacharbeit erfolgreich (St./ Schicht) 50% 50
Schrott (St./ Schicht) 50
Verkaufserlös (Euro/ St.) 10 €
Herstellkosten (Euro/ St.) 9 €
Nacharbeitskosten (Euro/ St.) 5 €
Verschrottung (Euro/ St.) 0,1 €
Verkaufserlös pro Schicht 9.500 €
Herstellkosten 9.000 €
Nacharbeitskosten 500 €
Schrottkosten 5,0 €
Rohertrag pro Schicht -5,0 €
Schichten pro Woche 20
Fertigungswochen 50
Rohertrag pro Jahr -5.000 €
Die KPIs der Fertigung lassen den dringenden Handlungsbedarf nicht so deutlich erkennen wie in den Finanzkennzahlen der Geschäftführung zum Ausdruck kommt. Um so wichtiger ist, dass einige wenige, gut gewählte KPIs dem Entscheider auf einen Blick die Ist-Situation aufzeigen.
In einer solchen Situation können wir Ihnen bei der Prozessoptimierung und Qualitätsstabilisierung helfen. Bitte fragen Sie uns an. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

Prozess Monitoring mit KPI Dashboard / KPI Cockpit

Eine sehr gute Visualisierung erfolgt durch sogenannte KPI Dashboard, die – meist in elektronischer Form – die relevanten Informationen in graphischer Form und als Zahlen darstellen. Im Lean Management werden beim Shopfloor-Management (SFM) die entsprechenden Kennzahlen / KPIs schon seit langem visualisiert. Qualitätsregelkarten (QRK) sind ein etabliertes Steuerungs- und Visualisierungs-Tool in der statistischen Prozesskontrolle SPC.

KPI Interpretation und Fehlerquellen

Die erste, kritische Frage bei der Nutzung eines KPI ist, ob er den gewünschten Sachverhalt tatsächlich beschreibt. Vielfach werden vorhandene KPI missbraucht und fehlinterpretiert, weil Zielsetzung einer Entscheidung mit Inhalt und Aussagefähigkeit eines KPI nicht abgeglichen wurden.
Ein KPI ist häufig eine aggregierte Kenngröße, die sich aus mehreren unterschiedlichen Einzelgrößen zusammensetzt. Wichtige Frage ist hier, wie die Datenerhebung und Stichprobennahme erfolgt, wie verläßlich die Messsysteme sind, ob in der Be- und Auswertung mit Relativ- oder Absolutwerten gearbeitet wird, was Bezugsgröße ist und wie die Gewichtung der Einzelgrößen erfolgt.

KPI Beispiele

Je nach Zielsetzung werden z.B. im kaufmännischen Bereich oder in der Fertigung Standard-KPIs verwendet. Ebenso kann eine individuelle Definition sinnvoll sein.
Hier einige Beispiele für KPIs:

Finanz KPI´s

  • Umsatz, Umsatzwachstum
  • Gewinn, Gewinnentwicklung
  • Umsatz pro Mitarbeiter
  • Vertriebs-, Marketing-, Herstellkosten
  • Auftragsbestand
  • Warenbestand
  • Verbindlichkeiten

KPIs in Operations und Qualitätsmanagement

  • Durchlaufzeit
  • OEE
  • Umschlaghäufigkeit
  • Waren- / Materialreichweite
  • Ausschußquote / Scrap rate
  • First pass yield
  • Mitarbeiterstunden pro Produkt (h/St.)
  • Krankenstand
  • Fluktuation

kritisches Benchmarking mit KPIs

KPIs werden vielfach zu Vergleichszwecken genutzt. Z.B. werden KPIs genutzt im Zuge eines Wettbewerbsvergleichs von Unternehmen oder um unterschiedliche Werke oder Fertigungsanlagen eines Unternehmens miteinander zu vergleichen. Diese Vergleiche sind nur dann sinnvoll, wenn die Voraussetzungen, die Datengrundlage und Datenerhebung identisch und damit vergleichbar sind. Ansonsten sind derartige Vergleiche nichtssagend bis irreführend und können zu Fehlentscheidungen verleiten.
Um dies mit einem Praxisbeispiel zu erläutern, sei hier ein Vergleich von Produktionsanlagen mit Hilfe der OEE – einer im Lean Management etablierten Kenngröße – angeführt. Im Management wurde eine Produktionsverlagerung  einer Batch-Anlage mit niedriger OEE und deshlb einer vermeindlich zu geringen Wirtschaftlichkeit diskutiert. Diese sei viel geringer als die OEE einer Serienanlage an einem anderen Unternehmensstandort bei ähnlichem gefertigten Produktspektrum. Dass ein OEE-Vergleich unter solchen Voraussetzungen nicht zulässig ist, war den Entscheidern leider nicht bekannt.

Schulung zu KPIs, SPC, MSA und Prozessüberwachung

Hier finden Sie unsere offenen Schulungen und inhouse-Trainings  zu den oben beschriebenen Themen.

Beratung zu KPIs, Kennzahlen und Prozessmonitoring

Sie benötigen ein aussagekräftiges Monitoring ihrer Unternehmensprozesse und Unternehmenskennzahlen. Sie errreichen Ihre Zielgrößen nicht? Wir helfen Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen, Ihre Prozesse zu stabilisieren und mit den richtigen Kennzahlen zu überwachen.  Bitte fragen Sie an. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

 

 

« Back to Glossary Index