konfliktscheue Führungskräfte – Was tun?

Gute Führungskräfte sind ein essentiell wichtiger Erfolgsfaktor in allen Unternehmen. Aber was tun Sie, wenn Sie eine leistungswillige, zuverlässige, motivierte und sehr gut qualifizierte Führungskraft haben, die leider Konflikten ausweicht?

Was erfahren Sie in diesem Beitrag? – Inhalte

In diesem Beitrag möchten wir einige Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie (nicht nur konfliktscheue) Führungskräfte zielgerichtet und erfolgreich weiterentwickeln können.

Vom Mitarbeiter zur Führungskraft – Ein Beispiel

Wie so oft, war die Führungskraft vom Anlagenbediener in die 2te Managementebene im Unternehmen aufgestiegen. Sie kannte und beherrschte alle Produkte und Prozesse in ihrem Bereich in der Folge sehr gut. Einsatzwille, Zielorientierung, Zuverlässigkeit, Motivation und Kooperation mit anderen Führungskräften waren sehr gut.

Einher ging damit auch ein verständnisvolles, empathisches Verhalten für die Probleme und Schwierigkeiten der Mitarbeiter und Kollegen – sowohl im Hinblick auf persönliche als auch auf unternehmensrelevante Belange.

Ach, 2 Herzen schlagen in meiner Brust.“

Dieser verständnisvolle Umgang führte nicht nur zu inneren Konflikten und Unzufriedenheit der Führungskraft, sondern leider als Folge mitunter zu Lieferproblemen, z.T. erheblichen Mehraufwänden und Umsatzverlusten.

typische Konfliktsituationen – Ziele nicht erreicht, weil …

Der verständnisvolle Umgang mit Mitarbeitern

Das persönliche Verständnis für einen schwachen, nicht die geforderte Leistung erbringenden Mitarbeitern steht für konfliktscheue Führungskräfte im Widerspruch zu den z.T. harten personellen Massnahmen, die erforderlich sind um die Unternehmensziele zu erreichen. Oft sind sie – wie in diesem Beispiel – mit Ihrem eigenen Verhalten nicht zufrieden, es fehlen ihnen aber die Mittel, es in die gewünschte Richtung zu verändern.

Der verständnisvolle Umgang mit internen oder externen Lieferanten

In der Zusammenarbeit mit insbesondere mit internen Zulieferern, wenn Liefertermine nicht vereinbart, nicht eingefordert oder bei Nicht-Einhaltung zumindest diskutiert wurden, war diese fehlende Konfliktfähigkeit ebenfalls oft sehr deutlich sichtbar. Bei externen Lieferanten waren Konflikte wie z.B. mangelhafte Lieferqualität oder verspätete Lieferungen aus Sicht der Führungskraft einfacher und leichter zu handhaben, weil andere Fachabteilungen den Konflikt mit dem externen Lieferanten zu klären hatten.

Was tun bei konfliktscheuen Führungskräften?

Prinzipiell gibt es mehrere, verschiedene Lösungsansätze, unter denen je nach Situation ausgewählt werden kann und muss:

„Nur noch fachlicher Vorgesetzter“

Eine Lösung heißt: „Nur noch fachlicher Vorgesetzter“. Der Mitarbeiter verbleibt auf seiner bisherigen Position, wird aber von der Personalführung entbunden.

Keine Personalverantwortung mehr zu haben, ist für viele konfliktscheue Führungskräfte eine echte Erleichterung. Der Schritt zurück wird oft als Verbesserung empfunden und gern akzeptiert, wenn das „Rundherum“ stimmt. D.h. von der Unternehmensführung und von Seiten HR sind flankierende Aktionen erforderlich.

eine neue Position innerhalb des Unternehmens

Eine andere, härtere Lösung ist, die konfliktscheue Führungskraft von ihrer bisherigen Position abzulösen und idealerweise innerhalb des Unternehmens auf eine Position zu vermitteln, in der sie ihre Stärken nutzen kann. Bei etwaigen Konflikten wird der neue, dann hoffentlich konfliktfähige Vorgesetzte diese Themen löst.

„Sich in gegenseitigem Einvernehmen zu trennen“

Noch schlechter ist m.E. die Lösung „sich in gegenseitigem Einvernehmen zu trennen.“ – Eine gut eingearbeitete, motivierte Führungskraft verläßt das Unternehmen. Dies ist ein Wissens- und Qualifikationsverlust, den viele Unternehmen nur schlecht verkraften.

„Aber ich kann sie doch nicht alle ´rauswerfen!“

Deshalb sollte es wirklich nur die Ultima Ratio sein, wenn alle anderen Versuche fehlgeschlagen haben. Denn oft ist diese Massnahme nur ein Bekenntnis, dass es HR-Personalentwicklung oder dem Top-Management nicht gelungen ist, die konfliktscheue Führungskräft durch persönliche und organisatorische Massnahmen zu entwickeln. Und wenn es zur Trennung kommt, sollte diese für beide Seite gesichtswahrend sein. Es ist schließlich nicht ausgeschlossen, dass man später erneut zusammenarbeitet…

„Die beste Lösung“

Eine sehr erfolgreiche Lösung, die wir in einige Projekten realisieren konnten, die den Mitarbeiter auf seiner Position beläßt und gleichzeitig die unternehmerischen Problemsituation auflöst besteht im Wesentliche aus 3 Elementen:

  • Führungskräfte Training
  • veränderte organisatorische Regeln & Massnahmen
  • persönliches Führungskräfte Coaching der konfliktscheuen Führungskraft

In diesem Beispiel des Aufstiegs vom Shopfloor zur Führungskraft war die persönliche Entwicklung und die Soft Skills nie im Fokus. Im mehreren inhouse -Führungskräfte-Training lernte die konfliktscheue Führungskraft Methoden, Werkzeuge und einige psychologische Elemente um sich selbst in solchen einschränkenden Sandwich-Positionen helfen zu können.

Neben den theoretischen Grundlagen waren Rollenspiele, in denen unternehmenstypische Konfliktsituationen aufgegriffen wurden, ein sehr wirksames Trainingselement, das schnell sichtbare Veränderungen im Verhalten aller Führungskräfte bewirkte. Weil es ein inhouse Führungskräfte – Training war, das inhaltlich exakt auf die Unternehmensbelange angepasst war, und natürlich die anderen Führungskräfte ebenfalls teilnahmen, profitierten alle Teilnehmer davon und konnten als Führungs-Team den Umgang miteinander verbessern.

Veränderte, organisatorische Regeln & Massnahmen vermeiden persönliche Konfliktsituationen z.B. dadurch, dass Terminvereinbarung als Standard zu definieren, zu monitoren und zu eskalieren sind (bei Nicht-Einhaltung). Dies kann z.B. sehr einfach in ein Shopfloor-Management-System implementiert werden. Diese Regeln schaffen einen organisatorischen Rahmen, in dem beide Seite wissen, was von ihnen verlangt wird und vor allem, was passieren wird, wenn die geforderten Ergebnisse von einer Seite nicht geliefert werden.

Das persönliche Coaching der Führungskraft stellt das 3te Element dar. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen Coach und Coachee stimmt, das ein Vertrauensverhältnis entsteht, in dem beide einander respektieren. Dann kann der Coach, der die Führungskraft begleitet, oft im 4- Augen-Gespräch Veränderungen und Verbesserungen initiieren, die die Führungsstärke und Konfliktfähigkeit des Coachees verbessern.

Wie lange wird man befördert? – Das Peter-Prinzip

Führungskräfte und das Peter - Prinzip

Eine Literaturempfehlung, die das Thema Führungskräfteentwicklung recht unterhaltsam und manchmal auch etwas makaber angeht, ist „Das Peter – Prinzip“ von Laurence J. Peters, bereits 1972 erstmalig erschienen und (leider immer noch) top-aktuell .

… Wenn Sie mehr über Beförderung, Leistung und Überforderung erfahren wollen, hier ein Link zu einer Zusammenfassung bei Wikipedia.

Führungskultur, Führungsdefizite und Kosten hoher Fluktuation

Eine mangelhafte Führungskultur und geringe Führungskompetenz hat häufig unzufriedene Mitarbeiter zur Folge und kann zu hoher Fluktuation führen – Frei nach dem Motto „Die Guten gehen zuerst und von selbst“ -Dies sind verdeckte Kosten, die die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens erheblich beeinflussen können.

fachliche und methodische Trainings

Die Auswahl der fachliche Trainings für den jeweiligen Mitarbeiter ist häufig an den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes orientiert bzw. an dem Bedarf für den zukünftigen Arbeitsplatz.

Wir bieten zahlreiche Methoden-Trainings im Qualitätsmanagement, in der Produktentwicklung oder für Fertigung und Montage-Mitarbeiter an. Hier finden Sie eine Übersicht unserer offenen Methoden-Trainings als auch unserer inhouse-Schulungen.

Führungskräfteentwicklung im Fokus der Personalentwicklung

Ebenso wie fachliche und methodische Inhalte lassen sich

  1. Sozialkompetenz
  2. Didaktische Kompetenz
  3. Führungskompetenz
  4. Kommunikationsfähigkeit

systematisch trainieren und weiterentwickeln.

Führungskräfteentwicklung mit den Methoden von Training within Industry TWI

TWI steht für Training Within Industry und war eines der weltweit erfolgreichsten Programm zur Qualifizierung von Mitarbeitern und Führungskräften. Es stellt eine Best Practice zur Mitarbeiterausbildung und Weiterqualifizierung dar – zielorientiert und hoch-wirksam.

TWI und Job Methods sind nach wie vor Top-aktuell ! Lernen Sie die 3 Methoden von Training within Industry in unserer TWI Einführungsschulung kennen und anwenden.

Mit wachsenden oder neuen Aufgaben gelangt jeder Mitarbeiter oder Führungskraft irgendwann an den Punkt, neue Verhaltensweisen und Muster zu benötigen um diesen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können. Dazu bieten wir Führungskräftetraining und Business Coaching an.  Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

Business Coaching … mehr …

Business Coaching ist eines der wirksamsten Mittel zur individuellen Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung. Im vertraulichen 4-Augen-Gespräch zwischen Coach und Coachee können Inhalte, Konflikte und Problemstellungen thematisiert werden und vielfach zu einer konstruktiven, für den Coachee guten Lösung geführt werden.

Ziel ist dabei immer, den Mensch zu sehen und ihn gemäß seiner Wünsche, Bedürfnisse, Stärken und Fähigkeiten zu fördern, neue Fähigkeiten zu entwickeln und persönliche Ressourcen sinnvoll und effektiv zu verwenden.

Führungskräfte – Training, Soft Skills Training und Business Coaching

Wir trainieren Ihre Mitarbeiter und Führungskräfte in unseren Führungskräftetraining. Wir coachen einzelne Mitarbeiter und entwickeln gemeinsam mit ihnen Ihre Soft Skills und Sozialkompetenzen weiter.

Dabei orientieren wir uns an dem konkreten Bedarf, den wir in einem für Sie selbstverständlich kostenfreien Vorgespräch klären.  Die Vorgehensweise und die jeweiligen Inhalte stimmen wir individuell auf Ihre Bedürfnisse ab.

Hier ist Ihr Kontakt zu uns.

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