DFX – Design for Excellence
DFX – Design for Excellence – ist die übergeordnete Methodensammlung aller Design- to-X – Methoden. Der Fokus liegt nicht nur auf der Produktgestaltung unter dem ein oder anderen Optimierungsaspekt, sondern es wird eine integrierte Produktentwicklung unter Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder über den gesamten Produktlebenszyklus und die gesamte Wertschöpfungskette angestrebt.
Was erfahren Sie in diesem Beitrag? – Inhalte
Produktentwicklung mit DFX-Methoden hat zwangsläufig erhebliche Veränderungen in der Unternehmensorganisation und in den Prozessgestaltung zur Folge.
Ziele von DFX Methode
- optimale Anpassung der Produktgestaltung an die Erfordernisse aller Unternehmensbereiche
- Berücksichtigung der gesamten Produktlebenszyklus in der Produktentwicklung
- verkürzte Time to Market
- Kostensenkung
- verbesserte Effizienz interner Prozesse
Die Methodensammlung DFX
Die Einzelmethoden von DFX sind keineswegs neu, sondern seit vielen Jahren bekannt. Neu ist die Art und Weise, wie diese Methoden miteinander kombiniert werden. Je nach Zielsetzung im DFX-Projekt werden die Methoden ausgewählt und mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Intensität eingesetzt. Hier eine kleine Auswahl:
- Geschäftsmodellanalyse
- Lebenszyklusanalyse & Total Cost of Ownership
- QFD & Requirement Engineering
- Wertanalyse & Deign to Cost – Tools
- Lean – Tools
- Six Sigma Tools
- Risikomanagement – Tools
- Projektmanagement – Tools
Geschäftsmodell
Alle Unternehmen suchen nach langfristigen, gesicherten Umsätzen und Erträgen. Ein Produktverkauf liefert nur ein einmaliges Ergebnis. Deshalb macht die Betrachtung des gesmaten Produktlebenszyklus Sinn. Oft lassen sich nach dem Verkauf eines Produkts durch Service, Instandhaltung und ergänzende Dienstleistung dauerhafte Umsätze erzielen. Natürlich erfordert dies eine Veränderung des Geschäftsmodells und der Unternehmensprozesse.
Haben Sie Ihr Geschäftsmodell auf solche Innovationschancen bereits untersucht? – Wir unterstützen Sie gern bei der Geschäftsmodellanalyse und der Geschäftsmodellinnovation. Hier ist Ihr KONTAKT zu uns.
Lebenszyklusanalyse
Nur ein Produkt zu besitzen, hilft den meisten Kunden nicht – ausser sie sind Sammler. Aber selbst in diesen Fällen ist Pflege und Service für den Werterhalt nötig.
Ein einmalige Verkauf liefert nur einmaligen Umsatz. Oft überlassen Unternehmen sehr attraktive Geschäftsfelder über den Lebensdauer des Produkts anderen Anbietern.
Der Übergang von einem einmaligen Produktverkauf zum befristeten Miet- oder Leasingmodellen belastet zwar vorübergehend die Unternehmensbilanz, weil einmalige Verkaufspreise in der Regel höher sind als jährliche Nutzungsgebühren.
Bei einer Betrachtung über mehrere Nutzungsjahre jedoch erzielt SaaS erheblich höhrere Umsätze und Gewinne – neben der Chance auf Cross-Selling mit ergänzenden Produkten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Unternehmen damit langfristige, planbare Einnahmen erzielen können und zu einem gewissen Grad konjunkturunabhängig werden.
Kundensicht Total Cost of Ownership – Gesamtkosten über Lebensdauer
Insbesondere bei B2B-Kunden erfolgt eine immer stärkere Berücksichtigung der Gesamtkosten über die Nutzungs- / Lebenszeit (total cost of ownership). Energie- & Ressorcenverbrauch, Serviceumfänge und Instandhaltungsaufwendungen oder auch die Kosten für entgangene Umsätze bei Versagen oder Anlagenausfall dominieren gegenüber den einmaligen Anschaffungskosten.
vollständige Pflichtenhefte – die Berücksichtigung externer und interner Kunden
Ein wesentliches Merkmal von DFX ist die frühzeitige gemeinsame Beteiligung aller Stakeholder und Kunden im Produktentwicklungsprozess. Dies beginnt bereits mit der Anforderungsanalyse und der Erstellung des Pflichtenhefts.
Leider wird oft unter dem Begriff „Kunde“ nur der externe Kunde verstanden. Die Erfordernisse der internen Kunden wie z.B. von Fertigung und Montage oder Service frühzeitig in der Entwicklung zu berücksichtigen, ist elementar für eine kurze Time to Market. Denn wird klassisch sequentiell entwickelt, resultieren zahlreiche, zeitraubende Änderungschleifen und Projektverzug z.B. weil sich
- eine Konstruktion nicht montieren läßt
- die gewählte Konstruktion mit den geforderten Toleranzen intern nicht gefertigt werden kann
- neue Werkzeuge mit langen Lieferzeiten erforderlich sind.
Wer unterschreibt in Ihreme Unternehmen das Lastenheft bzw. Pflichtenheft?
Insbesondere für die Schnittstelle Entwicklung zu Fertigung liefert die DFMA-Methode pragmatische Hilfestellungen, um durch eine fertigungs- und montagegerechte Produktgestaltung sicherzustellen, dass die Produkte einfach, robust, prozesssicher und damit kostengünstig gefertigt werden können.
DFMA Schulungen finden Sie hier: offenen DFMA – Schulungen
Idealerweise liegen messbare Größen dazu im Lastenheft vor z.B. Stückzahlen, Betriebsdauer, Schichtmodell, MTBF (mean time between failures), MTTR (mean time to repair) vor.
DFS Design for Service & Maintenance – Gestaltungsrichtlinien
Je zuverlässiger ein Produkt ist, desto geringer ist in der Regel der Service- und Instandhaltungsbedarf. Für das Lastenheft und die konstruktve Produktgestaltung bedeutet dies, dass
- Belastungsfaktoren eindeutig definiert sind
- gleichmäße Belastung angestrebt wird
- Überlast und Wechsellasten vermieden werden
- ausreichende Sicherheitsreserven vorgesehen sind
- Redundanzen für kritische Komponenten vorgesehen sind
- u.a.
Prüfbarkeit und Diagnosefähigkeit
Elementar für ein Produkt oder eine Anlage ist es, dass im Servicefall bzw. Störfall und ebenso bei laufender Fertigung
- die zu überprüfenden Merkmale / Eigenschaften messbar definiert sind
- geeignete Mess- und Prüfmittel vorhanden sind
- definierte Prüfpunkte und Prüfanweisungen vorhanden sind
- ggfs. kritische oder auch defekte Komponenten einzeln prüfbar sind
- idealerweise eine Fehler- und Belastungshistorie im Produkt / der Anlage verfügbar ist.
- im Fall von Störungen eine Fehlereingrenzungsstrategie ggfs. als Anleitung vorhanden ist.
Als Grundlage für die Anleitungen zur Störungsbeseitigung lassen sich oft FMEA-Dokumente sehr gut nutzen. Für die verwendeten Mess- und Prüfmittel sollte eine Messsystemanalyse (MSA) durchgeführt werden.
Lean Management und Design for Serviceability and Maintainability
Kenngröße einer Anlage ist im Lean Management die OEE – Overall Equipment Efficiency. Ein erster, flüchtiger Blick auf die 3 Elemente der OEE – Qualitätsrate, Verfügbarkeit und Produktivität – läßt nicht erkennen, dass die Servicefähigkeit oder einfache, schnelle Instandhaltung einer Maschine einen signifikanten Einfluss darauf hat. Schaut man sich allerdings die Inhalte und Empfehlungen an, die im Zuge eines Rüst-Workshops / SMED-Workshops analysiert werden oder die OPEX-Empfehlungen, so wird sehr schnell klar, wie groß der Einfluss durch die konstruktive Gestaltung einer Maschine oder Produktionsanlage auf die OEE ist.
In Ergänzung lassen sich ebenfalls die Gestaltungsrichtlinien von DMFA und des Lean Management und anwenden. Gilt es, die Aufwendungen für die Instandhaltung zu reduzieren, können die Methodenelemente von TPM verwendet werden.
Kosten- und Zeitschätzung – Target Costing & Wertanalyse
Eine projektbegleitende Kostenschätzung ist zwingend, da viele Kunden inzwischen auf Basis der Gesamtkostenbetrachtung eine Kaufentscheidung treffen. Hier finden Sie weiterführunde Informationen zur Kostenanalyse bzw. Wertanalyse / Design-to-Cost und des Target Costing.
offene Schulungen zu DFMA
Wir bieten offene Schulungen und Inhouse-Trainings zu DFMA – Design for Manufacturing and Assembly an. Unser aktuelles Angebot an offenen DFMA – Schulungen finden Sie hier.
inhouse-Trainings zu DFMA
HIer finden Sie unser Angebto für eine inhouse – DFMA – Schulungen in Ihrem Haus. Oder Sie sprechen Sie uns direkt an. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.
Lernen Sie „Q7-Grundlagen QM-Methoden“ und „Fortgeschrittene Problemlösungsmethoden“ wie Shainin, KT Problem Analysis, AFD und TRIZ in unseren QM-Schulungen zu Problemlösungsmethoden kennen und anwenden.
Beratung zu Design for Excellence DFX & DFMA
Wir helfen Ihnen, Ihre Produktivität zu steigern, Ihre Prozesse zu stabilisieren und Ausschuss und Nacharbeit zu eliminieren. Wir beraten und unterstützen Sie gern in Ihren DFMA-Projekten und moderieren Ihre DFX-Projekte.
Bitte sprechen Sie uns an. Hier ist Ihr Kontakt zu uns.Schlagworte
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