intuitive Methoden zur Entscheidungsfindung


Intuitive Methoden zur Entscheidungsfindung und Bewertung zeichnen sich dadurch aus, das sie sehr schnell sind, weil intuitiv – vielfach sogar spontan – entschieden wird und deshalb meist auf die Definition der Bewertungskriterien und Beschreibung der Leistungsanforderungen verzichtet wird. Die Geschwindigkeit hat in vielen Fällen Vorteile, insbesondere bei einem komplexen Entscheidungsproblem kann sie auch zu einer Fehlentscheidung führen.

intuitive Methoden zur Entscheidungsfindung – Beispiele

Abstimmungen per Handzeichen auf die Frage “Wer geht mit zum Essen?” oder das “Punktekleben” der Metaplan-Technik sind einige einfache Beispiele. Wir verwenden abhängig von der jeweiligen Situation und Zielsetzung unterschiedliche Methoden und Verfahren zur Entscheidungsfindung sowohl intuitiv spontane Methoden als auch strukturierende Entscheidungsfindungsverfahren.

Hier ein kleiner Überblick über einige intuitive Methoden ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Münze werfen

Zwei Alternativen stehen zur Wahl , jede Alternative entspricht einer Seite der Münze (Wappen oder Zahl). Die Münze wird geworfen und diejenige Alternative, deren Münzseite nach oben zeigt, wird gewählt. Dieses Zufallsverfahren ist sinnvoll bei einfachen Entscheidungen ohne Konsequenzen oder bei vollkommen gleichwertigen Alternativen.

Würfeln

Mehrere Alternativen stehen zur Wahl, jede Alternative entspricht einer Zahl des Würfels. Es wird gewürfelt, diejenige Alternative, deren Zahl zuerst fällt, wird gewählt.

Abstimmung per Handzeichen

Der Moderator oder Sitzungsleiter stellt der Gruppe evtl. nach einer vorausgehenden Diskussion in einer Abstimmung zwei Alternativen zur Wahl (Ja-Nein). Die einfache Mehrheit entscheidet. Dieses intuitive Verfahren ist sinnvoll bei einfachen Entscheidungen ohne besondere Konsequenzen. z.B. um herauszufinden, wer im Workshop noch länger arbeiten möchte als geplant.

Punkte Kleben

Die Abstimmenden erhalten 3 oder 5 Klebepunkte und verteilen diese z.B. am Flipchart spontan auf diejenigen Alternativen, die ihnen am attraktivsten, sinnvollsten, besten etc. erscheinen. Das Verfahren dient z.B. im Workshop dazu, schnell um ein Stimmungsbild in der Gruppe abzufragen, um Themenschwerpunkte zu ermitteln und Bewegung in die Gruppe zu bringen.

PM-Tabelle (Plus – Minus – Tabelle)

Dies ist eine tabellarische qualitative Gegenüberstellung von Vor- bzw. Nachteile jeweils für eine Alternative. Es werden in der Regel keine Beurteilungskriterien ausgearbeitet, auf die jede der Alternativen anschließend überprüft werden. Die PM-Tabelle hilft schnell verschiedene Aspekte von Handlungsalternativen zu sammeln, zu strukturieren und zu visualisieren.

PMI-Tabelle (Plus-Minus-Interessant-Tabelle nach E. deBono)

Von Edward de Bono stammt die Erweiterung der PM-Tabelle um eine “Interessant”- Spalte. In der I-Spalte werden offene, ungeklärte Punkte gesammelt. Die Vorgehensweise kann in Einzel- oder Gruppenarbeit benutzt werden z.B. um eine Diskussion zu versachlichen, die Argumente zu sammeln, zu strukturieren und insbesondere offene Punkte mit Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Ampel Rot – Gelb – Grün

Für die Beurteilung einer Situation sind 3 Stufen wie bei einer Ampel möglich: ROT – GELB – GRÜN. Rot werden schlechte oder sehr kritische Elemente (“No-Go´s”) zugeordnet, Gelb ist neutral bzw. benötigt weitere Klärung, Grün ist positiv bzw. unkritisch (“Go”). Das Verfahren ähnelt der PMI-Tabelle von deBono, ist aber stärker visuell orientiert. In Verwendung mit der Mindmapping – Technik ist dies ein hervorragendes, zeiteffizientes visuelles Verfahren zur Risikobeurteilung in Fehlerbäumen (FTA) oder auch als Alternative zu einer FMEA.

strukturierende Bewertungsverfahren

Nutzwertanalyse / bewertete Entscheidungsmatrix / decision analysis

Die strukturierenden Bewertungsverfahren wie z.B. die Nutzwertanalyse (NWA) nach Ch. Zangenmeister oder  Entscheidungsfindung nach Kepner TregoeTM (“decision analysis”) sind nicht intuitiv und “spontan”.  Sie erfordern vielmehr Vorarbeit und sind deshalb “langsamer”. Dafür sind die Beurteilungsergebnisse später besser nachvollziehbar.

Für komplexe Entscheidungsprobleme und unternehmensrelevante Entscheidungen empfehlen wir diese stärker strukturierenden Methode gegenüber den intuitiven, spontanen ad-hoc – Entscheidungen aus folgenden Gründen:

Vorteile und Nachteile intuitiver Bewertungsmethoden

  • Spontan getroffene Einzel- oder auch Gruppenentscheidungen benötigen kaum Zeit, weil Alternativen, Bewertungskriterien und Gewichtung meist nur sehr kurz diskutiert werden.
  • Intuitive Entscheidungen unterliegen der aktuellen Stimmungslage. Stimmung und Motivationsgründe für die getroffene Entscheidung lassen sich später nur schwierig nachvollziehen.
  • Ein Lerneffekt ist bei intuitiv getroffenen Entscheidungen selten erkennbar – außer die (zu) späte Erkenntnis, dass man vielleicht doch mehr Zeit auf die Entscheidungsvorbereitung hätte verwenden sollen.

Beratung und weitere Informationen

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