FMEA - Failure Mode and Effects Analysis
Die FMEA ist eine ursprünglich bei der NASA entwickelte präventive Methode des Risikomanagement. FMEA´s dienen dazu bereits in den frühen Entwicklungsphasen potentielle Fehler- und Versagensursachen in Produkten oder Prozessen aufzuspüren.
Qualitätssicherungssysteme wie DIN EN ISO 9000 oder VDA 6.1 fordern im Zuge der Produkt- und Prozessqualifizierung eine Risikobetrachtung z.B. durch FMEA´s gemäß DIN 25 448.
Ziele der FMEA
- potentielle Versagensmöglichkeiten identifizieren
- Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen abschätzen
- präventive Gegenmassnahmen definieren und umsetzen
In einer FMEA werden potentielle Fehler und Fehlerursachen identifiziert . Deren Eintrittswahrscheinlichkeit, Entdeckungswahrscheinlichkeit und die Schadensauswirkung wird bewertet. Als Risikomessgröße dient die Risikoprioritätszahl RPZ. Auf dieser Entscheidungsbasis werden präventive Entdeckungs- und Vermeidungsmaßnahmen entwickelt.
Vorteile der FMEA
- umfassende präventive Risikobetrachtung
- Reduzierung von reaktiven, kostenintensiven Korrekturmaßnahmen und Terminverzögerungen
- verbessertes Systemverständnis und Kommunikation
Vorgehensweise
Man unterscheidet prinzipiell zwischen System-FMEA, Konstruktions-FMEA und Prozess-FMEA je nach Betrachtungsfokus.
Üblicherweise
wird eine FMEA von einem bereichsübergreifend zusammengesetzten Team
durchgeführt. Zur Bearbeitung wird in einer standardisierten,
tabellarischer Form das Produkt oder der Prozess baumstrukturartig
zergliedert. Aufgetretene oder potentielle Fehler der Bauteile,
Baugruppen oder Prozessschritte werden gesammelt und die möglichen
Fehlerursachen identifiziert. Mit Hilfe von abgeschätzten Auftretens-
und Entdeckungswahrscheinlichkeit sowie Fehlerfolgen wird das Risiko
bewertet. Abschließend werden Abhilfemaßnahmen definiert, deren
Wirksamkeit bewertet und initiiert. Die Formulare der FMEA sind
standardisiert, es gibt eine Vielzahl von Software, die die Methodik
unterstützt.
FMEA in Kombination mit anderen Methoden
Es bietet sich an, die FMEA mit Elementen der AFD
- Methodik (Anticipatory Failure Determination) und auch der
Fehlerbaum-Analyse (FTA, Fault Tree Analysis) zu kombinieren. Bei FTA
wird ausgehend von einem bereits aufgetretenen Fehler rückwärts
gerichtet nach allen möglichen Fehlerursachen und deren Kombinationen
gefragt (5W-Fragetechnik: "Warum…, warum …, warum…"). So entsteht eine
Baumstruktur aller denkbaren Fehlerursachen. Praktisch lässt sich ein
Fehlerbaum sehr gut z.B. mit Hilfe von Mind Mapping-Software erstellen. AFD
hingegen versucht zunächst den Fehler zu erzeugen und das
Systemversagen zu provozieren. Die zum Versagen führenden Faktoren
werden gesammelt, den jeweiligen Bauteilen, Baugruppen oder
Prozessschritten zugeordnet. Hier wird die Tatsache genutzt, dass
Mensch viel kreativer ist, wenn es gilt, zu sabotieren als zu
konstruieren.
FTA und AFD sind sehr leistungsfähige Werkzeuge um
bei komplexen Systemen schnell und effizient die entscheidenden
Fehlerursachen zu identifizieren.
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